Schüler einer Gladbecker Schule machten einigen Mitgliedern des REVAG Geschichtskreises Zeche Graf Moltke, die sich in den Schulen stark engagieren, den Vorschlag, doch einmal eine gemeinsame Wanderung zu unternehmen. Daraus entstand die Idee auf den Spuren des Steinkohlebergbaus zu wandern, um für die nächste Generation die Geschichte lebendig zu halten. Im Laufe der Zeit kamen immer wieder neue Stationen hinzu und in Zusammenarbeit mit der IGBCE, unter Federführung des Vorsitzenden Walter Hüßhoff, wurde ein Bergbauwanderweg angelegt, der in einer kleinen Runde von sieben Kilometern, aber auch in voller Länge von zehn Kilometern begangen werden kann. Die Halde mit der schönen Aussicht sollte man in jedem Fall besuchen und Bänke zum Ausruhen laden zum Verweilen ein.
Damals auf Graf Moltke
Das Buch Damals auf Graf Moltke entstand aus einer historischen Wanderung des örtlichen Vereins für Orts‑ und Heimatkunde und des REVAG Geschichtskreises. Dort begegneten sich Walter Hüßhoff sowie Beatrix und Michael Petrikowski erstmals. Beim monatlichen Bergmannsfrühstück im Freizeittreff Karo vertiefte sich das gemeinsame Interesse an der Geschichte des Bergbaus. Aus diesen Gesprächen entwickelte sich ein Projekt, das die Erinnerungen und Lebensgeschichten Gladbecker Bergleute sammelt und bewahrt.
Mit dem Förderkübel unter Tage
Die Bergbaugeschichte Gladbecks nahm ihren Anfang im Dezember 1873 mit der Abteufe von Schacht I westlich der Landstraße zwischen Gladbeck und Horst, denn bevor die Zeche „Rieckchen“ errichtet werden konnte, mussten erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden. Damit die ersten Bergleute mit dem Ausbau des Streckennetzes beginnen konnten, wurde der Schacht, in dem später der Förderkorb die Bergleute unter Tage befördern sollte, ausgehoben. Den ersten Spatenstich machte der Gladbecker Bergmann Lindemann und parallel zur Abteufe entstanden das Kesselhaus, ein Malakowturm, eine Dampffördermaschine für zwei Förderkörbe, eine Waschkaue sowie ein Verwaltungsgebäude.
Das Steinkohlengebirge wurde im Jahr 1875 bei einer Teufe von 306 Metern erreicht und man wagte sich noch bis auf insgesamt 458 Metern weiter in die Tiefe. Das Bergwerk wurde im Jahr 1879 in „Graf Moltke“ umbenannt und direkt neben Schacht I wurde in den Jahren 1884 bis 1887 Schacht II niedergebracht. Große Wassereinbrüche erschwerten die weiteren Arbeiten. Bereits mit dem Aufkauf durch die Zeche „Nordstern“ am 1. Januar 1899 wurden freie Felder in Gladbeck-Brauck erschlossen, auf denen von 1900 bis 1903 Schacht III und in unmittelbarer Nachbarschaft dazu von 1902 bis 1904 Schacht IV abgeteuft wurden. Erst die Phoenix AG baute nach der Übernahme am 1. Januar 1907 das Bergwerk zu einer technisch bestens funktionierenden Anlage aus.