Was geht unter Tage ab? – Vorwort

Wie kann man sich nur freiwillig in eine Welt begeben, in der es nie Tageslicht gibt, die geradezu lebensfeindlich scheint und die eigentlich eine Männerdomäne ist? Als einzige Frau unter Männern? Angeregt durch einen Literaturwettbewerb, der das Ruhrgebiet zum Thema hatte, kam mir der Gedanke, wie es denn wäre, für einige Tage die Arbeitsbedingungen der Männer unter Tage und die Atmosphäre einzufangen, die sie umgibt. Als Bekannte und Freunde von diesem Vorhaben hörten, fragte mich jemand, ob ich jeden Tag herunter fahren oder die gesamte Zeit unter Tage bleiben würde. Ich hielt diese Frage zunächst für einen schlechten Scherz. Doch am ernsten Gesicht meines Gegenübers konnte ich feststellen, dass diese Frage tatsächlich ernst gemeint war.

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Von der Idee zur Tat

Mein erster Schritt bestand darin, dass ich einen guten Bekannten um eine Vermittlung bei den entsprechenden Stellen der Ruhrkohle AG gebeten habe. Nachdem das erste Feedback mir Hoffnungen machte und ich ungeduldig nachfragte, wurde ich belehrt: Der Bergbau plant zwar lange, aber dafür auch gut! Und selbstverständlich müsse mein Besuch bei der Bergbehörde beantragt und genehmigt werden. Da es sich in diesem Fall nicht nur um eine normale Grubenfahrt handelt, wie sie sonst schon mal Besuchergruppen erlaubt wird, müssen enorme Anstrengungen für diesen Ausnahmefall seitens der RAG unternommen werden. So hieß es für mich, dass ich mich weiterhin in Geduld üben muss, was nicht gerade zu meinen Stärken zählt.

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