Das frühe Interesse am menschlichen Körper

Schon der 199 n. Chr. verstorbene Galenos von Pergamon, den die meisten Menschen nur unter dem Namen Galen kennen, war neugierig, wie ein Körper von innen aussieht. Der Leibarzt von Marc Aurel war Gladiatorenarzt und hat auch die Funktionen des Gehirns und die davon ausgehenden Nerven nachgewiesen. In Schriften hat er darüber berichtet und über Jahrhunderte haben alle Gelehrten sein „Wissen“ ungeprüft übernommen. Doch der Ende des 15. Jahrhunderts zur Welt gekommene Theophrast von Hohenheim, besser bekannt unter dem Namen Paracelsus, äußerte schon Kritik an der von Galen verbreiteten Lehrmeinung. Diese „Viersäftelehre“ beruhte auf der Annahme, dass alle Krankheiten auf einer Störung des Gleichgewichts der vier Körpersäfte (Schleim, schwarze und gelbe Galle, Blut) beruhen. Mutig hat er die bis dato gültigen Lehren der Schulmedizin als Irrlehren angeprangert und seine Kollegen als „Kurpfuscher“ beschimpft. Es liegt auf der Hand, dass ihm seine Kollegen das verübelten und ihn zu ihrem Gegner machten. Paracelsus selbst hat noch dazu beigetragen, die Kluft weiter zu vertiefen und so hat er auch die Apotheker mit der von ihnen hergestellten „Drecksmedizin“ angegriffen.

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Von Leonardo da Vinci, den viele nur als Maler kennen, existieren bereits sehr genaue anatomische Zeichnungen, die er um 1500 angefertigt hat. Erst 1542 legte Andreas Vesalius seine „Fabrica“, ein mit zahlreichen Illustrationen versehenes Lehrbuch, an dem er vier Jahre arbeitete, vor und gilt damit als Begründer der modernen Anatomie. In eigens durchgeführten Leichenöffnungen an verurteilten Hingerichteten konnte Vesalius nachweisen, dass Galen wohl nur Schweine, Affen und Hunde als Anschauungsmaterial zur Verfügung standen, was dieser aber auch selbst offen zugegeben hat. Die daraus resultierende falsche Lehrmeinung hatte sich jedoch über Jahrhunderte nicht geändert.

Was geht im Operationssaal ab? von Beatrix Petrikowski

Cover von Was geht im Operationssaal ab? von Beatrix Petrikowski
CreateSpace 2013
Broschur
92 Seiten
ISBN 978-1-4839-7959-5

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