Es hätte alles so schön werden können! Über ein paar Jahre hinweg habe ich Geld auf die hohe Kante gelegt, was gar nicht einmal schwer war, denn die Gäste, die zu uns kommen, sind teilweise vermögend, um nicht zu sagen, in meinen Augen steinreich. Gemessen an meinem bescheidenen Gehalt, wohl gemerkt. Als Empfangschef ist es quasi meine Pflicht, immer auch mal nach dem Rechten zu sehen. Auf den Zimmern. Größere Geldbeträge liegen natürlich nicht einfach so in den Zimmern herum. Und selbst wenn, dann wäre ich natürlich nie so dumm gewesen, mir einen dicken Schein einzustecken. Das Verschwinden einer größeren Summe wäre schließlich sofort aufgefallen und hätte ein schlechtes Licht auf unser Hotel geworfen.
Die Aktentasche
Die Aktentasche beginnt mit einem scheinbar belanglosen Fund: eine alte, abgenutzte Tasche, die Heiner fast übersehen hätte. Doch der unscheinbare Moment kippt, als er sie öffnet – und damit eine Kette unheilvoller Ereignisse auslöst. Was zunächst wie ein verlorener Gegenstand wirkt, entpuppt sich als Auslöser einer Tragödie, die Heiners Leben und seine Umgebung in einen Strudel aus Geheimnissen und unerwarteten Wendungen zieht. Die Geschichte lebt von der Spannung zwischen Alltäglichkeit und Bedrohung und zeigt, wie schnell ein einziger Augenblick alles verändern kann.
Die Aktentasche 1. Teil
Ausgerechnet am Sonntag, seinem freien Tag, regnet es seit den Morgenstunden unaufhörlich. Schon gestern war wieder so ein Tag, den Heiner verflucht hat. Ausnahmsweise hatte er an einem Samstag frei, aber wie das Leben spielt, haben sich eine Menge Dinge angestaut, die erledigt werden mussten. So rannte er in der Stadt von Juwelier zu Juwelier, weil sich seine Freundin Vera zum Geburtstag ein ganz bestimmtes Armband gewünscht hat. Natürlich gab es enorme Preisunterschiede, und er hätte gar nicht sagen können, dass die teuren Armbänder unbedingt auch die waren, denen man den Preis ansehen konnte. Letztlich entschied sich Heiner aber doch für ein Schmuckstück, das ihm die Verkäuferin empfohlen hat, obwohl damit eigentlich schon seine Schmerzgrenze überschritten war. Als er endlich mit dem Geschenk nach Hause kam, reichte die Zeit nicht einmal mehr zum Wechseln der Winter- auf Sommerreifen.